Preis der Jury: Schülerfirma „SilcherBau“, Silcherschule Eislingen

Spielerisch wichtige Kompetenzen erlernen, Teamfähigkeit und Kreativität verbessern und eigenverantwortlich arbeiten: Eine Schülerfirma wie „SilcherBau“ enthält all dies und noch viel mehr. Die Schülerfirma „SilcherBau“ der Silcherschule in Eislingen im Landkreis Göppingen orientiert sich an echten Unternehmensstrukturen. Sie wurde zunächst für kaufmännische Themen aufgebaut und kümmert sich um kleine bis mittelgroße handwerkliche Projekte rund um das Schulgebäude. Kooperationen mit Partnerunternehmen sind bei solchen pädagogischen Projekten üblich, denn eine Schülerfirma simuliert lediglich eine Rechtsform wie z. B. „GmbH“ und stellt somit keine Konkurrenz für Betriebe dar. Seit der Übernahme des Projekts durch den stellvertretenden Schulleiter Andreas Eiglmaier ist die Schülerfirma zu einer erfolgreichen Kooperation zwischen den Bildungspartnerfirmen aus den Bereichen Bau, Industrie und Handwerk sowie der Schule herangewachsen. Die Bandbreite der Aktivitäten ist vielseitig. Mithilfe der Lehrkräfte und mit Unterstützung der Stadt lernen die Teilnehmenden lebensnah für die Zukunft – z. B. wirtschaftliche und handwerkliche Kompetenzen, die sie in ihrem späteren Berufsalltag anwenden können.

„SilcherBau“ kann bereits auf einige erfolgreich umgesetzte Projekte zurückblicken: Die aktiven Jungunternehmerinnen und -unternehmer renovierten nach dem Unterricht parallel insgesamt acht Klassenräume sowie das Hausmeisterbüro und den Eingangsbereich der Schule inklusive Treppen und Grünstreifen. Ein weiteres großes Projekt, welches in Selbstinitiative der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler entstand, sind neue Fahrradständer mit Überdachung. Ein Zertifikat am Ende des Schuljahres und die Aussicht, das gewonnene Wissen später für die Ausbildung einsetzen zu können, lockt immer mehr Interessierte an. Das freut den stellvertretenden Schulleiter besonders. Denn: „Wenn die Oberstufe geht, braucht es schließlich Nachrücker aus den unteren Klassen, damit wir weitermachen können“, so Andreas Eiglmaier. Während der Pandemie muss die Schule vermehrt auf digitale Projektarbeit zurückgreifen. Sobald es wieder möglich ist, haben die Schülerinnen und Schüler große Pläne: Sie wollen einen weiteren Aufenthaltsraum, einen Bauwagen bzw. Container als Klassenraumerweiterung und die Überarbeitung der Schultoiletten angehen.

Statement der Jury:

„Die Schülerinnen und Schüler der Silcherschule in Eislingen zeigen uns, was es bedeutet, mit ‚anzupacken‘. Das Projekt ‚Schülerfirma SilcherBau‘ lehrt die Schülerinnen und Schüler handwerkliches Geschick und was es bedeutet, Verantwortung für die eigene Umgebung zu übernehmen. Dem Herzensprojekt der Jury wünsche ich viel Erfolg und hoffe, dass die Schülerfirma auch in Zukunft weitergeführt wird.“
Nida Gül Tozlu, Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart e. V.