1. Preis: Musikvideo: Aufstand der Jugend, Demokratische Stimme der Jugend e.V.

„Das ist Widerstandsmusik, endlich wieder mal Kritik. Der Aufstand der Jugend erobert den Zenit.“ Mit diesem eingängigen Refrain rufen rund 100 Aktivistinnen und Aktivisten, im Musikvideo barfuß und in Lumpen gehüllt, zum sogenannten „Aufstand der Jugend“ auf. Sie sind die Jugend von heute und die Zukunft von morgen. Im Video sind Jugendliche zu sehen, die auf einer Sänfte symbolisch das zu Grabe tragen, was ihrer Meinung nach eine bessere Welt verhindert: Kapitalismus, elitäres Denken, Korruptionund unsolidarisches Verhalten der älteren  Generation den Jugendlichen gegenüber. Mit bedeutungsschwangeren Bildern unterlegt, schwingt dabei eine Kapitalismus- und Gesellschaftskritik mit, die sich am Ende in einem kollektiv-ekstatischen Tanz in Wohlgefallen auflöst. Das Video zeigt den eigenen Weg der jungen Menschen mit Gesang- und Tanzeinlagen vor dem Brandenburger Tor in Berlin und verweist auf die Themen Generationengerechtigkeit und Jugendpartizipation.
Das Video ist ein Aufschrei. Es zeigt u. a. das Leiden der jungen Menschen und den inneren Zustand eines Konflikts mit den Erwachsenen und der Gesellschaft. Es zeigt auch, dass die Jugendlichen bereit für einen Ausbruch aus dieser Situation sind. Ein Jahr lang an der Konzipierung herumtüftelnd, wurde schließlich eine Demo in Berlin, extra für das Szenario des Videos, angemeldet. Aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands versammelten sich rund 100 junge Menschen und probten den Ablauf. Die Jugendlichen marschierten barfuß zwei Kilometer quer durch Berlin, bis sie schließlich vor einem riesigen Berg (Fake-)Geld ankamen, der nur für dieses Szenario dort aufgebaut wurde und bei den Passierenden für Aufruhr sorgte. Dieser Bereich, in dem eine Choreografie aufgeführt wurde, war großräumig abgesperrt, denn es hatten sich viele Schaulustige und Interessierte vor Ort zusammengefunden.
Für alle, die sich über das Spektakel schlau machen wollten, gab es einen Informationsstand, der allen Fragen Rede und Antwort stand. Die Zeit des Drehs war für alle Beteiligten sehr intensiv und sorgte für spannende Gespräche innerhalb und außerhalb der Gruppe. Außerdem zeigten die jungen Menschen große Bereitschaft für weitere Kampagnen und somit wird für die Zukunft an einer Dokumentation über „Aufstand der Jugend“ und Seminaren zum behandelten Thema der Aktion gebastelt. In ihrem Werk kritisieren die jungen Kulturschaffenden, dass ihre Meinung in der Politik keine Rolle spiele. „Unsere Gesellschaft ist rein auf Geld fokussiert [...] es ist wie unsere Religion geworden“, so der Gründer des Jugendvereins „Demokratische Stimme der Jugend e. V.“ Simon Marian Hoffmann in einem Interview mit dem ZDF. Die Idee für das Video hatte Hoffmann nach dem Erfolg des Theaterstücks „Die wohlfeile Jugend“ des dacapo Theaters Göppingen e. V. (siehe 3. Platz), dessen Projektleiter er war. Bereits mit dem Theaterstück wollte er auf das Mitspracherecht der Jugend aufmerksam machen. In ihm wuchs nach und nach der Wunsch nach einer Organisation, die die Interessen der Jugend vertritt. Daraus entstand die „Demokratische Stimme der Jugend e. V.“ und zusätzlich die Idee zur künstlerischen Performance „Aufstand
der Jugend“.

Die Forderung der Initiatoren: ein deutscher Bundesjugendrat, der das Parlament berät. Dieser soll die Wünsche der jungen Menschen schneller Gesetz werden lassen. Die Forderung nach Jugendbeteiligung bei politischen Entscheidungen ist heute wichtiger denn je. Nur so kann die Politik auf Bedürfnisse und Sorgen der jungen Menschen angemessen reagieren.

Statement der Jury:

„Ein Lied sagt mehr als 1.000 Worte – so in etwa könnte das Motto des Projekts ‚Aufstand der Jugend‘ lauten. Das Musikprojekt zeigt, wie kreativ und aussagekräftig sich Jugendliche mit wichtigen Themen wie Demokratie auseinandersetzen können. Hut ab!“
Nuray Gül, Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart e. V.